Echte Teepflanze (Camellia sinensis)

von Waude

Die echte Teepflanze, die in China schon seit über 5.000 Jahren kultiviert und als grüner Tee getrunken wird, gehört zur Pflanzengattung der Kamelien (Camellia) aus der Familie der Teestrauchgewächse (Theaceae), die bekannt für ihre wunderschönen duftenden Blüten sind. Aus allen Teilen dieser Pflanze, wie Blätter, Knospen, Stängel und Blüten, wird der Getränkeklassiker grüner und schwarzer Tee gewonnen. Besonders bekannt ist vor allem den Teetrinkern der Herkunftsort Assam, Darjeeling und Ceylon. Die echte Teepflanze (Camellia sinensis) wächst aber auch in Europa hervorragend.

 

Kurzbeschreibung:

Farben: Gelb, Weiß

Lebensdauer: mehrjährig

Standort: Sonne

Boden: durchlässig, sauer

Nutzung: Nutzpflanze

Verwendung Erntegut: Tee

Schnitt: möglich

Düngung: regelmäßige Düngung

Wasserbedarf: gering

Pflanzeneigenschaften: Duftend

Blütezeit: Oktober-Februar

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Standort

Die echte Teepflanze wird 100 bis 150 cm hoch & schmückt als Kübelpflanze sonnige Standorte wie Balkon und Terrasse. In unseren Regionen ist die Teepflanze nur bedingt winterhart und sollte daher am besten hell und kühl (10 und 15°C) im Haus oder Wintergarten überwintert werden. Eine zu warme Überwinterung ist unbedingt zu vermeiden. Wichtig ist außerdem, dass hohe Luftfeuchtigkeit geboten wird.

 

Duft

Die langsam wachsende Pflanze verzaubert von Oktober bis Februar mit zartgelben, herrlich duftenden Blüten und liefert ganzjährig die Blätter für den wertvollen Grünen Tee.

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Blüte des Teestrauches

 

Substrat

Das Pflanzsubstrat sollte im leicht sauren Milieu liegen, wie zum Beispiel
handelsübliche Rhododendronerde. Das Gießwasser sollte möglichst kalkarm sein, besonders gut geeignet ist also Regenwasser. Wer diese Punkte beachtet wird viel Freude mit seiner Teepflanze haben.

 

Gießen

Beim Gießen wird Ihnen der Teestrauch sehr dankbar sein, wenn Sie etwas Fingerspitzengefühl aufweisen. Er verträgt weder Staunässe, im Wurzelbereich, noch Trockenheit. Eine möglichst konstante Ballenfeuchtigkeit ist daher anzustreben. Lassen Sie die Oberfläche abtrocknen und gießen Sie erst dann wieder. Sehr empfindlich ist der Teestrauch auch auf die Wasserhärte. Sie sollten daher unbedingt Regenwasser oder entkalktes Wasser verwenden.

 

Düngen

Für kräftiges Wachstum kann der Teestrauch im Sommer alle 2 Wochen gedüngt werden. Am besten verwenden Sie organischen Dünger. Ab September sollten Sie das Düngen einstellen.

 

Inhaltsstoffe

Ein belebendes Getränk mit hohem Gesundheitswert. Reich an Zink und Vitamin C, beides stärkt die Abwehrkräfte. Grüntee belebt die Haut und beugt dem Alterungsprozess vor. Im ersten Aufguss stecken die meisten der gesunden Inhaltsstoffe.

 

Ernte

Die Triebspitzen mit ungefähr drei Blättern abpflücken, in der Sonne trocknen lassen und dann zum Lagern luftdicht verpacken oder direkt aus 4–6 Blättern einen Tee aufgießen. Bei einer Ziehdauer von ca. 3 Minuten wirkt der grüne Tee anregend und bei mehr als 5 Minuten beruhigend.

 

Fruchtnutzung

Sowohl der grüne Tee als auch der schwarze Tee stammen von derselben Pflanze. Der Unterschied liegt lediglich in der unterschiedlichen Behandlung des Erntematerials. Die frisch gepflückten Teeblätter werden je nach Teesorte auf verschiedene Art und Weise weiterverarbeitet.

 

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Die Teesorte "Grüner Tee"

Gruener Tee

Für die besten Grüntee-Qualitäten werden im Frühling die zartesten Blätter per Hand sorgfältig gepflückt.

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Die Teepflanze hat über den Winter neue Kraft gesammelt, die Temperaturen sind noch nicht zu hoch und die Sonnenstrahlen noch nicht zu aggressiv. Die Blätter wachsen noch langsam und haben jetzt im Frühjahr den höchsten Gehalt an hochwertigen Vitaminen, Mineralien und Geschmacksstoffen.
Nach dem Welken werden die gepflückten Blätter kurz erhitzt, geröstet oder gedämpft. Durch das kurze Erhitzen schließen sich die Blattporen und die Fermentation (=Gärung) wird verhindert. Aus diesem Grund bleiben nahezu alle im frischen Blatt enthaltenen Wirkstoffe erhalten. Schließlich werden die Blätter noch getrocknet.

 

Die Teesorte "Schwarzer Tee"

Schwarzer Tee Ruby

Schwarzer Tee ist in vielen Regionen der Welt das beliebteste Getränk. In den höher liegenden, kühleren Anbaugebieten wachsen die Teeblätter langsamer. Das verleiht dem Tee besonders feinen und aromatischen Charakter. Die Erntezeit hat auf die Qualität einen entscheidenden Einfluss.

Die Pflückung wird meistens per Hand von Frauen durchgeführt. Es werden ausschließlich die oberste Blattknospe und die zwei darauf folgenden jüngsten Blätter eines Teetriebes gepflückt. Ältere Blätter wirken sich im Allgemeinen negativ auf den Geschmack des fertigen Tees aus.

Das 12-18 Stunden gewelkte Blattgut wird in Rollmaschinen zwischen zwei großen, schweren Metallplatten, die sich kreisend gegeneinander bewegen, gerollt. Dabei werden die Zellwände des Blattes aufgebrochen und der Zellsaft kommt mit dem Sauerstoff der Luft in Verbindung. Hierdurch wird die Fermentation eingeleitet. Die Fermentation ist ein Oxidations-Prozess des beim Rollen austretenden Zellsaftes. Dabei entstehen wertvolle Aromen, das Blatt verfärbt sich und nimmt eine kupferrote Farbe an. Anschließend wird durch Trocknen die Fermentation der Blätter unterbrochen und der Schwarze Tee haltbar gemacht.

 

Die Teesorte "Weißer Tee"

Weisser Tee SilverTip

Weißer Tee gilt als die edelste und älteste Teesorte der Welt. Die Blätter werden besonders schonend verarbeitet, dadurch behält der Tee seinen ursprünglichen Geschmack und die Inhaltstoffe. Im Aufguss ist er frisch und leicht süß.

Nur die ungeöffneten Knospen mit feinem silbrigem Blattflaum und manchmal die zwei jüngsten zarten Blättchen werden im Frühling für den Weißen Tee gepflückt. Die Blätter haben noch kein Chlorophyll gebildet, deshalb gehört der Weißer Tee zu der mildesten Teesorten.
Nach der Pflückung werden die Blätter bis zur 60 Stunden sanft an der Luft gewelkt und nur zur Endtrocknung kurz erhitzt.

 

Die Teesorte "Gelber Tee"

Im Unterschied zum Grünen Tee werden die Teeblätter nach dem Erhitzen nicht sofort verarbeitet, sondern ruhen gelassen. Je nach Sorte des gelben Tees werden die erhitzten Teeblätter verpackt in Stoff oder Papier liegengelassen. Anschließend werden sie je nach Sorte einfach oder mehrfach getrocknet.

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Was ist Matcha Tee?

Matcha ist der wertvollste Grüne Tee Japans und das Herzstück der japanischen Teezeremonie.

Beim Matcha Tee werden die Blätter zu feinstem Pulver gemahlen, bevor er in Teeschalen mit einem Besen aufgeschlagen wird.

Matcha Muehle

Die Besonderheiten des Matchas finden sich bereits beim Anbau. Drei bis vier Wochen vor der Ernte werden die Teefelder mit lichtdichten Netzen beschattet und so vor der Sonne geschützt. Dadurch konzentrieren sich die wertvollen Inhaltsstoffe in den Teeblättern und es bildet sich besonders viel Chlorophyll, das für das intensive Grün und milden Geschmack des Matchas verantwortlich ist.

Nur die obersten, frisch gesprossenen Blätter werden für besonders hochwertige Matcha-Tees nur einmal im Jahr von Hand gepflückt und rasch in einem besonders schonenden Verfahren gedämpft und direkt getrocknet. Die Blatt-Stängel werden aussortiert und die Blätter durch Steinmühlen zu feinem Pulver vermahlen, sodass alle Inhaltsstoffe im Endprodukt erhalten bleiben. Diese traditionelle Verarbeitungsform ist äußerst zeitaufwendig, dadurch wird jedoch ein besonders intensiver Geschmack erzielt. Da der fein gemahlener Matcha Tee sehr schnell die Frische verliert, werden die Tenchablätter gelagert und nur nach Bedarf zu Matcha-Tee gemahlen.

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