Mischkultur

von Waude

Unter Mischkultur ist der Anbau von verschiedenen Pflanzenarten auf einer Fläche zu verstehen. Die Mischkultur dient dem optimalen Ausnutzen der vorhandenen Nährstoffe im Boden. Außerdem werden durch den Anbau der unterschiedlichen Pflanzen Schädlinge ferngehalten und die Anfälligkeit gegen Pflanzenkrankheiten reduziert.

 

Monokultur vs. Mischkultur

In der unberührten Natur finden wir nie Monokulturen. Stattdessen sind in Naturwiesen und Wäldern ganz bestimmte Gruppierungen von Pflanzengemeinschaften anzutreffen, damit die einzelnen Arten unter möglichst guten Voraussetzungen gedeihen können. Im Gegensatz zu den sogenannten Monokulturen also, bei denen ein und dieselben Gemüsearten in gleichmäßigem Abstand und streng voneinander getrennt in den Gemüsebeeten stehen, werden in der Mischkultur unterschiedliche Gemüsesorten auf einem Beet angepflanzt. Eine ausgewogene, gemischte Pflanzung von Stark-, Mittel- und Schwachzehrern, Tief- und Flachwurzlern sowie von Blatt- und Wurzelgemüsen gewährleistet eine ausgewogene Nährstoffentnahme aus dem Boden. Saaten von kurzlebigen Arten zwischen Hauptkulturen mit großem Pflanzabstand ermöglichen eine optimale Bodenbeschattung und Bewurzelung, was die Bodengare fördert und vor Erosion schützt. Durch Ausscheidung und Abbau der Pflanzenwurzeln werden Stoffe freigesetzt, welche von gewissen Nachbarpflanzen genutzt werden bzw. auch einen Schädling einer Nachbarpflanze fernhalten.

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Fruchtfolge

Auf einem Mischkulturbeet gedeihen Pflanzen mit verschiedenen Ernte- und Reifezeiten, immer jeweils als Vorkultur, Hauptkultur oder Nachkultur. Zwischenfrüchte wie Radieschen, Kräuter oder Salat werden abgeerntet und machen der Hauptfrucht (z. B. Weißkraut) Platz zum Reifen. Die Nachkultur, welche vor der Ernte der Hauptkultur gesät oder gepflanzt wird, kann später dann wieder zur Hauptkultur werden oder als Zwischenkultur in Erscheinung treten. Ganz kurzfristige Zwischenkulturen wie Kresse, Radieschen, Pflücksalat können immer noch gleichzeitig mit der Hauptkultur oder etwas später gesät werden. Wenn nötig werden sie als Bodenbedeckung im richtigen Moment einfach ausgeharkt (z.B. Spinat).

Wo eine Art abgeerntet wird, sät oder pflanzt man eine andere Gemüseart nach oder füllt den Platz mit Gründüngungspflanzen auf. Zuletzt bleibt das Gemüse mit der längsten Reifezeit zurück und kann sich noch ausbreiten. Die Erträge sind bei korrekter Bearbeitung höher, Befall durch Krankheiten und Schädlinge geringer. Außerdem folgt das ganze Jahr über eine Ernte der anderen, es muss im Regelfall kein Beet neu bestellt werden, sondern es gibt einen zeitlich fließenden Übergang von einer Kultur zur nächsten.
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Wuchsformen

Ein wichtiges Kriterium für eine gelungene Mischkultur ist die Berücksichtigung der Wuchsformen: Kombiniert man Knollensellerie mit schlankem Porree oder unterpflanzt den ausladenden Grünkohl mit Endivie, kann man ein wenig dichter pflanzen und die vorhandene Fläche besser nutzen.
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Nährstoffansprüche

Vor allem in Bezug auf die Nährstoffansprüche ist es ratsam, dass jährlich ein Anbauplan aufgestellt wird, damit über Jahre hinweg leicht festgestellt werden kann, welche Gemüseart an welchem Platz gewachsen ist. Wem das zu mühsam ist, der kann einfach mit den eng verwandten Arten – und auch mit nährstoffhungrigem Gemüse wie Kartoffeln und Tomaten – jedes Jahr mindestens eine Reihe oder gleich ein ganzes Beet weiter rücken. Damit kann sich der Boden erholen und die Erde bleibt viele Jahre fruchtbar. Abstand halten sollte man jedoch zwischen allen Gemüsearten, die derselben Pflanzenfamilie angehören. Das gilt vor allem für Pflanzen, die das Beet über viele Wochen oder Monate belegen. Kohl und andere Kreuzblütler dürfen frühestens alle vier Jahre wieder an derselben Stelle stehen, um einer möglichen Infektion mit der Kohlhernie vorzubeugen.
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Beispiele für vorteilhafte Mischkulturen

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Bodenbedeckung durch Mulchen und Gründüngungspflanzen

Die Anpflanzung der Mischkulturpartner sollte so dicht wie möglich erfolgen um eine Annäherung an „natürliche Verhältnisse“ zu bilden. Tief- und Flachwurzler werden kombiniert und dabei die Beete immer voll ausgenutzt. So kann es sein, dass die Pflanzen sich in ausgewachsenem Zustand fast berühren. Lücken z.B. durch frühreifenden Salat können durch Nachpflanzungen oder Gründünger (z.B. Senf oder Spinat), der gleichzeitig gutes Mulchmaterial liefert, wieder geschlossen werden. Damit entsteht ein günstiges Mikroklima, der Boden trocknet weniger aus und es braucht weniger gemulcht zu werden. Auch Wildkräuter bleiben somit fern.

Literatur mit Anwendungsbeispielen für Mischkultur

Für Einsteiger und Hobbygärtner gibt es zu diesem Thema ein sehr empfehlenswertes Buch: Mischkultur im Hobbygarten, C. Weinrich Ulmer, 978-3-8001-5831-7
Darin sind unzählige Beet-Beispiele mit Skizzen bildhaft dargestellt, die man ganz einfach nachpflanzen kann. Der Anbauzeitraum reicht von März bis Oktober. Die Beetbreite ist 1,20 Meter, die Beetlänge richtet sich nach Gartengröße und Bedarf.Download

Quellen

images.umweltberatung.at/htm/mischkultur-ratgeber-nig.pdf

http://umweltberatung-luzern.ch/sites/default/files/mischkultur_und_fruchtfolge.pdf

http://www.bio-gaertner.de/Gemuese/Gemuese-Mischkultur

http://www.oekogarten-voelklingen.de/themen-mischkulturen.php

https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/nutzgaerten/mischkultur-gemuesebeet-5516

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